Wer kümmert sich um die Menschen, die sich um Tiere kümmern?
Über die Tiere auf dem De Hun’nenhoff sprechen wir viel. Über die Menschen, die täglich für sie sorgen, vielleicht zu wenig.
Unsere Mitarbeitenden versorgen schwer gehandicapte Hunde, reinigen Unterkünfte, wechseln Verbände, verabreichen Medikamente und helfen Tieren, die viele alltägliche Dinge nicht mehr allein bewältigen können.
Diese Arbeit verlangt körperlich viel. Aber die seelische Belastung wird häufig unterschätzt.
Da ist der Hund, dessen Zustand sich trotz aller Bemühungen verschlechtert. Ein anderer, den man über Jahre begleitet hat und schließlich gehen lassen muss. Und während man selbst noch um ein Tier trauert, warten bereits die nächsten Aufgaben.
Hinzu kommen Aufnahmegesuche verzweifelter Menschen, Erwartungen von außen und das Wissen, dass unsere Möglichkeiten begrenzt sind.
Wer im Tierschutz arbeitet, soll mitfühlend sein, belastbar, geduldig und möglichst immer freundlich. Aber wer fragt eigentlich, wie lange ein Mensch das leisten kann?
Auch unsere Mitarbeitenden erleben Erschöpfung, Frustration, Trauer und manchmal Hilflosigkeit. Nicht jeder Abschied lässt sich einfach abschütteln. Nicht jede belastende Situation endet mit Feierabend.
Dabei besteht eine besondere Gefahr: Wer seine Arbeit aus tiefer Überzeugung macht, nimmt die eigenen Grenzen häufig erst wahr, wenn sie längst überschritten sind.
Wir müssen uns deshalb auch als Stiftung fragen, ob wir ausreichend Raum für Gespräche, Entlastung und den Umgang mit Verlusten schaffen.
Denn Tierliebe allein schützt nicht vor Überforderung.
Und professionelle Distanz bedeutet keineswegs mangelnde Zuneigung. Sie kann notwendig sein, um langfristig für Tiere da sein zu können.
Guter Tierschutz braucht nicht nur Menschen mit einem großen Herzen. Er braucht auch Arbeitsbedingungen, unter denen dieses Herz nicht irgendwann erschöpft.
Die Fürsorge für unsere Tiere und die Fürsorge für unsere Mitarbeitenden dürfen keine Gegensätze sein.