Der Paddock Trail
Naturgemäß landen auf unserem Hof überwiegend Tiere, die nicht so ganz gesund sind. So auch bei den Pferden. Hufrehe ist eine Stoffwechselerkrankung, die schwere Beeinträchtigungen des Bewegungsapparates nach sich zieht. Pferde mit einer solchen Vorgeschichte müssen ganz besonders umsichtig ernährt werden. Fructan – das ist ein Energielieferant für das Wachstum von Gräsern – sollte nur sehr wenig zugeführt werden, daher dürfen Rehepferde nicht wirklich auf die Weide.
Kvikur und die verstorbene Brunka, unsere beiden Isländer, durften daher die meiste Zeit ihres Tages nur auf dem Paddock auf Sandboden stehen. Ein Zustand, den ich mir nicht wirklich gut mitansehen konnte. Bea Enkelmann von „Be in Balance“ in Hanstedt riet mir, einen Paddock-Trail anzulegen.
In der Natur ist ein Pferd sechzehn Stunden am Tag in Bewegung, um verschiedene Bedürfnisse befriedigen zu können. Diese natürlichen Verhältnisse haben wir nun hergestellt, indem wir rund um die Weide einen zehn Meter breiten Streifen aus Sand geschaffen haben. In dieser etwa sechshundert Meter langen Bahn haben wir verschiedene Stationen eingerichtet. Ganz unten stehen zwei Raufen, in denen 24 Stunden täglich Heu zur Verfügung steht. Um zu trinken, müssen die Tiere nun jedes Mal 300 Meter zu den Wasserstellen laufen, die ganz oben beim Offenstall eingerichtet sind. Unterwegs haben sie die Möglichkeit, an der Lecksteinbar etwas für ihren Salzhaushalt zu tun oder auf der anderen Seite ein wenig am Totholz oder an der Kräuterkiste zu knabbern.